Bahnhof Gleidorf

Der Bahnhof Gleidorf spielte eine bedeutende Rolle in der regionalen Verkehrsanbindung des Sauerlands. Er wurde am 15. November 1889 eröffnet, als die Bahnstrecke Altenhundem–Schmallenberg bis nach Fredeburg verlängert wurde. Am 1. Oktober 1911 erhielt Gleidorf eine weitere Verbindung ins Ruhrtal nach Wennemen. Der Bahnhof war besonders wichtig für den Schieferbergbau in Nordenau sowie den Transport landwirtschaftlicher Produkte (BBAG) aus dem oberen Lennetal.
Der Niedergang des Bahnhofs begann mit dem Sommerfahrplan 1953, als die letzten regulären Personenzüge an Sonntagen verkehrten. Danach wurde der Betrieb schrittweise reduziert. Ab 1960 gab es nur noch ein tägliches Zugpaar (morgens nach Altenhundem, nachmittags nach Wenholthausen). Am 30.Mai 1964 wurde der planmäßige Personenverkehr eingestellt, der Güterverkehr lief noch bis zum 31. Dezember 1994.
Nach der Stilllegung der Bahnstrecke wurden Teile des Bahnhofsgebäudes heute noch als Lagerraum für den Raiffeisenmarkt genutzt.

Wie hat die Bahn die wirtschaftliche Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und der BBAG in Gleidorf beeinflusst?


Die Anbindung an die Bahn hatte einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BBAG) in Gleidorf. Die BBAG wurde von Landwirten der Region gegründet, um den gemeinschaftlichen Einkauf von Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger und Maschinen zu organisieren und den überregionalen Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Getreide, Milch und Vieh zu erleichtern. Der Bahnhof spielte dabei eine zentrale Rolle: Durch den Bahnanschluss konnten Güter effizient, schnell und kostengünstig transportiert werden, was die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte erheblich stärkte.

Mit der Stilllegung des Bahnverkehrs wurde der Transport auf die Straße verlagert, was eine Umstellung für die Landwirtschaft und die BBAG bedeutete. Dennoch blieb die Genossenschaft eine wichtige wirtschaftliche Institution in der Region. In ihrer Nachfolge existiert heute der Raiffeisenmarkt, der weiterhin die Landwirte mit Betriebsmitteln versorgt. Teile des ehemaligen Bahnhofsgebäudes werden noch immer als Lagerraum genutzt, wodurch eine Verbindung zur historischen Wirtschaftsstruktur des Ortes erhalten bleibt.